Das Freigehege

Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist zweifellos eine artgerechte und naturnahe Haltung der Zuchttiere. Dazu gehört einerseits die richtige Größe und Gestaltung der Anlage und zum anderen ein dem natürlichen Biotop nachempfundenes Klima.

Nur wenn sich die Tiere in ihrer Umgebung wohlfühlen, kann mit einer erfolgreichen Vermehrung gerechnet werden.


Es ist äußerst wichtig, dass die zu vermehrenden Schildkröten der gleicher Art bzw. Unterart angehören. Nur dann können sich gesunde und kräftige Nachzuchten entwickeln.

Bei der Zusammenstellung einer Zuchtgruppe muss unbedingt darauf geachtet werden, dass es zu keiner Stressentwicklung kommt, d. h. das Verhältnis von Männchen zu Weibchen muss mindestens 1:3 betragen, damit die Weibchen jeweils nicht zu sehr bedrängt werden. Außerdem muss eine temporäre Trennung nach Geschlechtern möglich sein, denn der Arterhaltungsstrieb der männlichen Exemplare ist nicht zu unterschätzen und so kann es durchaus vorkommen, dass ein Männchen tagsüber ununterbrochen die Weibchen belästigt, was einerseits zu starker Stressentwicklung führt und zum Anderen schmerzhafte und entzündungsanfällige Verletzungem im Kloakenbereich nach sich ziehen kann. Aus diesem Grund muss das Freilandgehege der Zuchttiere so groß wie möglich angelegt werden.
Die Tiere müssen sich jederzeit aus dem Weg gehen können.

Das Freigehege mit diversen Unterschlüpfen

Europäische Landschildkröten gehören in ein Freigehege.


Die Umzäunung sollte aus einer Holz-oder Betonverschalung bestehen.
Die Einrichtung umfasst einen ganztags sonnenbeschienenen unbewachsenen Erdhügel.

Ganz sicher nicht auf einen Balkon und schon gar nicht in ein Zimmer.


Holzverschalung und Erdhügel

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Ein mit Heu gefülltes Schutzhaus welches mit einer Wärmelampe (Par38)ausgerüstet ist, dient als Schlafplatz.
Durch die erhöhte Temperatur im Schutzhaus überstehen die aus dem Mittelmeerklima stammenden Schildkröten vor allem die nasskalten Perioden von April/Mai und September/Oktober wesentlich besser.

Schutz-oder Schlafhaus



Rasen als Vegetation im Gehege ist unnatürlich und ungeeignet!
Hügeliges Gelände stärkt die Muskelkraft.

Von grösster Bedeutung für die Gesundheit der Tiere ist jedoch die Lage des Geheges.
Den ganzen Tag über muss den wechselwarmen (Aussentemperatur abhängig) Tieren eine besonnte und eine beschattete Stelle des Geheges zur Verfügung stehen, damit sie ihre Körpertemperatur durch wechseln der Plätze regulieren können.

Freigehege