Die Vermehrung


Was gibt es schöneres, als wenn man eines Tages ein Weibchen auf dem Legehügel sieht die Eigrube vorzubereiten.
Wir denken, man hat vieles richtig gemacht.

Eiablage

Männliche Exemplare halten schon früh morgens Ausschau nach einem geeigneten Partner und verfolgen jede von den Weibchen hinterlassenen Duftspuren, hastig.
Dieses "Aufspüren" kann selbst über Kilometer stattfinden, denn Schildkröten haben einen sehr gut ausgeprägten Geruchssinn und können sich selbst über diese Entfernungen wittern.

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Erwachsene Männchen haben einen längeren Schwanz und eine dickere Schwanzwurzel, in der der Penis verborgen ist und zur Begattung und zum Kot- und Urinabsetzen ausgestülpt wird. Der Hornnagel am Schwanzende kann bei einem älteren Männchen eine beachtliche Größe annehmen.
Der Bauchpanzer ist leicht nach innen gewölbt um bei der Paarung nicht vom Weibchen abzurutschen (konkav). Auch die Form der Schwanzschilde des Bauchpanzers und das Oberschwanzschild des Rückenpanzers charakterisieren das Männchen.
Weibchen sind dagegen insgesamt größer und schwerer als Männchen, und ihre Kloake liegt näher am Körper.
Ihr Hornnagel ist wesentlich kleiner und leicht nach innen gebogen.
Der Bauchpanzer ist eben.

Paarung bei Landschildkröten





Griechische Landschildkröten haben Paarungsrituale, die auf den Menschen ausgesprochen grob wirken. Das Männchen verfolgt und umkreist das Weibchen unablässig und versucht es durch kräftiges Beißen in die Beine am Davonlaufen zu hindern.
Bisse in den Kopf veranlassen das Weibchen, den Kopf einzuziehen, wobei die Kloake leicht hervortritt.
Jetzt kann das Männchen aufreiten.


Bei den sog. Friktionsbewegungen vor der eigentlichen Kopulation öffnet das Männchen das Maul und stößt piepsende Laute aus, die möglicherweise stimulierend auf das Weibchen wirken.
Männchen sind das ganze Jahr paarungswillig, besonders ausgeprägt im Frühjahr und vor allem im Herbst.

Die Eiablage





Die Weibchen suchen ab Mitte Mai bis in den Juli hinein 1 bis 3 mal stark besonnte, erdige und unbewachsene Plätze auf, um Eigruben auszuheben und die Eiere abzulegen.
Sie sind dabei sehr wählerisch, was die Eiablagestelle betrifft.
Oefters beginnen sie zu graben, um alsbald an einer anderen Stelle nochmals zu beginnen.
Dabei nehmen sie mit der Nase die Temperatur wahr um sicher zu sein, dass dies jetzt der richtige Platz ist.

Eiablage von Testudo graeca ibera



Hat das Weibchen seine Eier abgelegt ( ca. 2Std. ) und die Eigrube zugeschaufelt, kommen wir zum Einsatz.
Da bei uns die Sommermonate meistens zu kühl und zu regenerisch sind, müssen wir die Eier bergen und in einen Brutapparat überführen.

Die Eigrube wird mit den Händen freigelegt, bis die Eier sichtbar sind.





Eiablage

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Freigelegte Eigrube


Anschliessend nehmen wir sie ohne zu drehen oder sonstwie zu erschüttern heraus und legen sie auf eine vorbereitete Schale mit befeuchtetem Vermiculit.

Eier auf Vermiculit


Nun überführen wir die Eier in einen auf 32,5 Grad vorgewärmten Brutschrank.

Brutschrank



Um möglichst einige oder vorwiegend Weibchen zu erhalten bebrüten wir die Eier in den ersten 40 Tagen bei 32,5°C, anschliessend bei 29-30°C und ab dem 45 Tag erhöhen wir leicht die Substratfeuchte.


Temperaturfühler





Unter diesen Bedingungen schlüpfen die Jungtiere nach 52 - 60 Tagen

Schlupf einer Landschildkröte

Gelegegrössen / Bruttemperatur /Entwicklungsdauer

Testudo hermanni hermanni Griechische Landschildkröte (Weststrasse) 2-8 Eier 32°C ca. 60 Tagen  
Testudo hermanni boettgeri Griechische Landschildkröte (Oststrasse) 4-8 Eier 32°C ca. 55 - 60 Tagen  
Testudo marginata Breitrandlandschildkröte 8-12 Eier 32°C 60 - 70 Tage  
Testudo graeca Maurische Landschildkröte 4-6 Eier 32°C 60 - 63 Tage  
Testudo horsfieldii Vierzehenlandschildkröte 3-5 Eier 32°C 66 - 75 Tage  

Eiablage bei Testudo hermanni boettgerie

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Ergänzung zur Temperaturangabe im Brüter:



Bisher haben wir in den von uns verwendeten Brütern mit Hilfe eines im Labor geeichten Thermometers eine Temperatur von 32 Grad Celsius eingestellt.
Bei Landschildkröten wird die Geschlechterfixierung durch die Höhe der Bruttemperatur beeinflusst.
Um bei einem geforderten Geschlechterverhältnis von mindestens 1(m) : 2(w) eine größere Anzahl Weiblicher Tiere zu erbrüten wäre es erforderlich zu wissen, bei welcher Bruttemperatur mehr Weibchen als Männchen entstehen.

Bei T.hermanni wird eine Schwellentemperatur von ca. 32 Grad angenommen, bei der mehr weibliche Tiere entstehen.